Mittwoch, 3. Januar 2018

/. unser einzigartiges Winter-Märchen-Wunder



 
„das kratzt an unserem Wunsch nach Exklusivität in der Liebe und zeigt uns, dass wir ersetzbar sind. Uns quälen Erinnerungen an die gemeinsam verbrachte Zeit, die nun der oder die Neue, mit dem Ex-Partner erlebt...“

dies waren nur einige, der viel gelesenen Zeilen, in einem der vielen Ratgeber, die ich zum Thema Liebe, bzw. Liebeskummer, Herzschmerz  - oder wie ich es nenne "Liebesdepression". denn, nichts anderes ist es letztlich. man erkrankt entweder an diesem Kummer, bzw. der Trennung eines geliebten Menschen - dabei spielt fast keine Rolle, ob durch Tod, oder durch das Verlassenwerden - oder aber, wie im meinem Fall und sicher auch in vielen anderen Fällen, nach einer Trennung/Scheidung: es werden die bereits vorhandenen psychischen Erkrankungen, wie eben (rezidivierende) Depressionen, oder Persönlichkeits-/Anpassungsstörungen, verstärkt. 



ich muss dazu sagen, als ich mit diesem Eintrag, Ende November 2017 zu schreiben begann, wusste ich tatsächlich noch nicht, was nun zur knallharten Gewissheit geworden ist. aber vermutet hatte ich es, seltsamerweise. vielleicht aber auch nicht so seltsam - denn, wer ausser mir, kennt diesen Mann am besten, spürt an seinen Worten und sogar an seinen Taten (dazu später mal mehr), wie sich der Mann meiner Träume, meine große Liebe, sich allmählich aber sicher verändert, sodass ich nur noch zu einem Schluss kommen konnte: es gibt einen neuen Menschen, in seinem Leben. er entwickelt sich weiter. ohne mich.


ich muss ihn ziehen lassen.ich muss.ich muss zusehen und akzeptieren.ich muss stark bleiben und nicht aufgeben. ich darf mich deshalb nicht (ganz) verlieren.


und, so niederschmetternd diese Neuigkeit nun war/ist, als er es mir - nach einigen Wochen des Grübelns und der vielen schlaflosen Nächte - ins Gesicht sagte, genauso erleichtert war ich irgendwie auch, endlich Gewissheit zu haben. zu wissen, dass ich meinem Gefühl, meiner Wahrnehmung sehr wohl vertrauen kann. ich hab es gespürt!



ich war die darauffolgenden Tage, tatsächlich befreit, von dieser Last. ich muss nicht mehr denken, nicht mehr mutmaßen. es war tatsächlich befreiend. irgendwie. und, während dieses Gesprächs mit ihm, hab ich sogar mit ihm über diese neue Frau sprechen können. über Einzelheiten des Kennenlernen, über die Ängste der beiden und die vielen Fragen, bezüglich der insgesamt fünf Kinder - denn diese neue Frau, bringt ebenfalls zwei Kinder mit, in diese ohnehin schon seltsame und teilweise sehr anstrengende "Konstellation". 

in die unsere Konstellation. Familie mag ich es bewusst nicht mehr nennen, aber für die Kinder ist es nun mal ihre Normalität, das alles, ist ihre Familie. mit allen Beteiligten. meine große Tochter, die schon gar nicht mehr hier bei uns lebt, sondern bei ihrem Vater in Norddeutschland, dann unsere beiden gemeinsamen Kinder, die wiederum bei ihrem Vater (und bei mir) leben. und nun auch ihre beiden, bzw. sie, als fremde/neue Person, die es selbstverständlich, auch 'nicht ohne ihre beiden Kinder gibt'... wenn dass nicht verwirrend genug ist, weiss ich auch nicht mehr...



jedenfalls, war es mir an diesem Abend und einige Tage danach noch, möglich, mit ihm darüber zu reden. was vermutlich aber nichts anderes, als ein Schockzustand war. um mich selbst vor schlimmeren zu bewahren. einzig an der einen seltsamen Situation, an diesem Abend, ziemlich zum Schluss des Gesprächs mit ihm, habe ich sehr wohl zu spüren bekommen, dass das alles viel zu viel gewesen ist. ich war für einen winzigkleinen Moment, nicht mehr Herr meiner Sinne. ich hab buchstäblich die Kontrolle verloren, über mein Verhalten, mein Denken und plötzlich, da war ich "weg". 

ich habe nicht mehr kontrollieren können, was ich gesagt habe, musste kurz innehalten und überlegen, wo ich hier überhaupt gerad bin, was genau es war, worüber wir redeten. es war gruselig. anders kann ich's gar nicht nennen. ich habe jedenfalls einen völlig unbedeutenden, aber doch sehr verwirrenden Satz gesagt, der ganz und gar nicht zur Situation und dem vorangegangenen Gespräch passte! 

Dissoziation. so der Fachbegriff hierfür. nur ein/zwei Mal zuvor erlebt, vor einigen Jahren, war es natürlich total schockierend. Und ich wusste für einen Moment lang nicht, wie ich selbst reagieren sollte. nicht nur für denjenigen der mir gerad gegenüber sass, war es völlig verwirrend. ich hatte ehrlich gesagt totale Panik, er würde mich nun für "vollkommen bekloppt" halten! ich konnte die Situation nur damit "retten", dass ich ganz einfach zugab, was da gerad passiert war und warum es verständlicherweise einfach viel zu viel war, was ich gerad zu verarbeiten hatte...was er mir da gerad ins Gesicht gesagt hatte...

nie hat etwas je zuvor so sehr geschmerzt.

vorbei das Märchen, vom Winter 2009/2010. unser Märchen. und mit jedem Winter, werde ich daran erinnert werden. Jahr für Jahr. ich hab die Hoffnung tatsächlich schon aufgegeben, dass es je wirklich aufhören wird... 

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